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Auflösungserscheinungen beim Grünen Punkt? Experten der Verpackungswirtschaft rechnen mit schnellem Verkauf des DSD-Müllkonzerns

Auflösungserscheinungen Grünen Punkt? Experten Verpackungswirtschaft Verkauf DSD-Müllkonzerns


Köln, www.ne-na.de - Als Generationenwechsel bei der DSD AG, dem "führenden Verpackungsverwerter", wird der Öffentlichkeit ein radikaler Personalwechsel beim ehemaligen Müllmonopolisten schmackhaft gemacht. Die Neuausrichtung der "Der Grüne Punkt - Duales System Deutschland AG" werde mit einem Generationenwechsel und der Straffung der Unternehmensstruktur abgeschlossen. "Zum 1. Januar 2006 übergibt Peter Zühlsdorff den Vorstandsvorsitz an Stefan Schreiter (40), der zugleich die Zuständigkeit für Vertrieb und Finanzen übernimmt. Weiteres Vorstandsmitglied mit der Verantwortung für den Bereich Entsorgung wird Robert Maurer (51). Stefan Schreiter ist bisher Chief Financial Officer der Stabilus GmbH, dem Weltmarktführer für Gasfedern. Robert Maurer ist Direktor Entsorgung der DSD AG und Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Kunststoff-Recycling mbH (DKR)", heißt in einer Presseerklärung des Kölner Müllsammlers. Zur Verringerung des Verwaltungsaufwands werde die vollständig im Eigentum des internationalen Finanzinvestors Kohlberg Kravis Roberts (KKR) stehende Gesellschaft in eine GmbH umgewandelt. "Zühlsdorff wechselt in den neu eingerichteten Beirat des Unternehmens, dem außerdem Prof. Dr. Dr. h. c. Erich Greipl (Metro Vermögensverwaltung), Johannes Huth (KKR) und Reinhard Gorenflos (KKR) angehören. Das bisher für Vertrieb und Finanzen verantwortliche Vorstandsmitglied Diether Buchmann rückt in den Aufsichtsrat auf und wird dem Unternehmen künftig beratend zur Seite stehen", so das DSD.

In der Süddeutschen Zeitung spricht man hingegen von einem "Eklat beim Grünen Punkt". "Sowohl Zühlsdorff als auch der gleichzeitig mit ihm abtretende DSD- Finanz- und Vertriebsvorstand Dieter Buchmann seien auf eigenen Wunsch ausgeschieden, heißt es offiziell. Dahinter verbirgt sich aber zumindest im Fall Zühlsdorff eine gewisse Unzufriedenheit mit dessen Präsenz im Kölner Unternehmen. DSD brauche in seiner derzeitigen Umbruchsituation einen Chef, der auch die Zeit habe, das operative Geschäft auszubauen, verlautete aus Kreisen des Aufsichtsrats. Zühlsdorff, so hieß es, habe zwar den Kraftakt der Neuaufstellung des DSD nach dem Clinch mit dem Kartellamt erfolgreich bewältigt. Er habe sich aber in letzter Zeit etwas zu intensiv um seine Frankfurter Beteiligungsgesellschaft Deutsche Industrie Holding gekümmert, die erst vor kurzem bei der Textilkette Sinn-Leffers eingestiegen ist. Darüber hinaus ist Zühlsdorff geschäftlich mit einem russischen Ikonen-Spezialisten liiert, der sein Geld mit der Restaurierung von Kirchen verdient, und das dem Vernehmen nach nicht schlecht", schreibt die Süddeutsche Zeitung.

Vertreter der Verpackungswirtschaft gehen in ihren Spekulationen sogar noch einen Schritt weiter. Mit Stefan Schreiter habe KKR einen reinen Controller an Bord geholt, der zwar nichts vom Entsorgungsgeschäft verstehe, aber die Kostenstruktur des DSD bereinigen werde. "Wenn KKR klug ist, wird das DSD sehr schnell veräußert", so ein Vertreter der Konsumgüterwirtschaft gegenüber dem Onlinemagazin NeueNachricht Die Auflösungstendenzen beim Grünen Punkt seien unübersehbar: "Das Geschäft werden die Wettbewerber des DSD machen", so die Prognose des Brancheninsiders. Allerdings müsste der Controller Schreiter schnell handeln, denn die Werthaltigkeit des Müllsammlers sei eigentlich nicht mehr zu retten. "Die Stimmung in der zweiten und dritten Reihe der DSD-Mitarbeiter geht gegen null. Da sind schon Absetzbewegungen zu erkennen". Der Verpackungsmann verweist auf eine weitere Demission beim Müllsammler, die in den Medienberichten bislang noch gar nicht so richtig zur Kenntnis genommen wurde. Es handelt sich um den Weggang von Christian Jeschonek. Der Generalbevollmächtigte des DSD und Leiter für Vertrieb und Entsorgung/Neue Geschäftsfelder, verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch nach nur zehn Monaten zum 31. Dezember 2005.

"Wir bedauern sein Ausscheiden, aber wir respektieren und achten seine Entscheidung", so die Stellungnahme von Peter Zühlsdorff, Vorstandsvorsitzender der DSD AG. Der Entsorgungsfachmann Jeschonek sollte eigentlich für das Perspektivische beim DSD zuständig sein. Der gelernte Industriekaufmann, hat die letzten zwölf Jahre in der Entsorgungsbranche gearbeitet. Wenn er seine Sache beim DSD ordentlich mache, dürfte Jeschonek ein Vorstandsposten winken, spekulierte das Manager Magazin noch im Sommer. "Spätestens dann, wenn Zühlsdorff abtritt", so das Manager Magazin. Der wollte seinen mit rund 30 000 Euro pro Monat dotierten Dreijahresvertrag nicht unbedingt bis zum Ende erfüllen, "sofern die Aufgabe vorher erledigt ist".

Gleich vier neue Geschäftsfelder wollten Jeschonek und Zühlsdorff unter den DSD-Pflug nehmen. Das Unternehmen sollte sich in Zukunft um die Rücknahme von Transportverpackungen und Elektroschrott kümmern. Auch ein Rücknahmesystem für Getränkedosen und Einwegflaschen sollte Jeschonek umsetzen und Selbstentsorgerlösungen anbieten. "Was Jeschonek dazu bräuchte, wäre eine hungrige Vertriebstruppe, die bestehende Kunden am Abwandern hindert und ihnen zusätzlich die neuen DSD-Dienstleistungen verkauft. Was Jeschonek hat, ist ein Team, das bereits extrem lange beim Dualen System arbeitet (durchschnittliche DSD-Betriebszugehörigkeit: acht Jahre) und das sich noch nie im Wettbewerb bewähren musste. Vertrieb, das hieß beim DSD bislang: Standardverträge rausfaxen, Bestellungen entgegennehmen. Man war ja Monopolist", führt das Manager Magazin aus. Jeschonek gibt sich dennoch optimistisch: "Ich bin positiv überrascht von meiner Mannschaft. Die ist hoch motiviert und identifiziert sich unglaublich stark mit dem Unternehmen." Aber er räumt auch ein: "Klar, ob die draußen beim Kunden den nötigen Biss haben, das muss man erst noch sehen." Wenn die Umsätze zurückgehen und die Preise durch steigenden Wettbewerbsdruck sinken, müssten auch die Kosten herunter und Personal abgebaut werden.

"Zühlsdorff und Jeschonek überprüfen Prozesse, vereinfachen Abläufe. Auch wenn es noch keiner klar sagen mag: Weitere Mitarbeiter werden gehen müssen", so das Manager Magazin. Bis Ende 2007 wollte Zühlsdorff die 70 Millionen Fixkosten des DSD halbieren. Mindestens 800 Millionen Euro Umsatz aus dem angestammten Geschäft mit der Gelben Tonne, 200 Millionen aus den neuen Geschäftsfeldern. Aus der Quasi-Behörde DSD sollte ein ordentlicher Dienstleistungsbetrieb werden. Mit seinen schrumpfenden Umsätzen und mittelmäßigen Margen sei das DSD für den Firmenjäger KKR kein besonders attraktives Investment. "KKR-intern hält man auch einen Verkauf an ein ausländisches Entsorgungsunternehmen oder sogar ein Management-Buy-out für denkbar. Auf die geforderte Mindestrendite käme KKR bei jedem dieser Ausstiegsszenarien. Getreu der alten Händlerweisheit: Die Hälfte des Gewinns liegt im Einkauf", so das Manager Magazin. Nun sind Jeschonek und Zühlsdorff weg vom Fenster. Ob der neue DSD-Vorstandschef die "Braut" DSD für die "Verkaufshochzeit" noch schön machen könne, wird in der Abfallbranche bezweifelt.


Quelle: medienbüro.sohn / pressbot.net

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