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Pressemeldung von Crew 4 You

"Es authentisch klingen lassen" - Trompeter Rüdiger Baldauf im Interview mit dem Jazz Podium

"Es - Trompeter Rüdiger Baldauf Interview Jazz Podium


Das neue Album "Own Style" des deutschen Trompeters Rüdiger Baldauf erschien Anfang Juni und erzielt seitdem ungewöhnlich erfolgreiche Verkaufszahlen.
Thorsten Meyer geht in diesem Interview für das Jazz Podium der Frage nach, wie man als Band-Mitglied der Heavytones in Zeiten von Lena und dem ESC erfolgreich sein eigenes Album produzieren kann.

Jazz Podium: Welcher Gedanke stand hinter Deinem doch ja späten Solodebüt?
Rüdiger Baldauf: Viele meiner Musikerkollegen haben natürlich schon Soloalben veröffentlicht, man spricht über Qualität, hat vielleicht hier und da etwas auszusetzen an der musikalischen Auswahl oder Besetzung. Dabei kann man immer leicht kritisieren, ohne sich selber am Wettbewerb beteiligt zu haben. Irgendwann hatte ich dann das Gefühl, dass meine musikalische Aussage einer Veröffentlichung standhalten könnte.
"Own Style" kann mit einer langen Gästeliste aufwarten.
Ich hatte klare Vorstellungen davon, wie und mit welchen Gästen ich die Stücke umsetzen wollte, und das war mit einem relativ hohen Aufwand verbunden, was die Produktion angeht - das betrifft die Studios genauso wie die Musiker. Die waren alle sehr nett und geduldig mit mir. Ich habe da viel Entgegenkommen erfahren. Die meisten der beteiligten Musiker haben mich ja im Laufe meines Musikerdaseins begleitet.
Wie offen waren die Arrangements?
Relativ offen. Es kam vor, dass ich nur eine Melodie aufgeschrieben hatte, mit zwei, drei Harmonien, und dass sich daraus dann langsam immer mehr entwickelt hat. Auf diese Art bleibt der Spaß an der Musik erhalten: man sollte versuchen, im Vorhinein nicht schon zu festgelegt zu sein. Sonst ist es schwierig, noch kreativ zu sein.
Du bist also kein Kontrollfreak?
Kompositorisch auf keinen Fall. Kontrollfreak bin ich nur in einer Hinsicht: ich habe eine Vorstellung davon, wie es klingen soll. Und darauf versuche ich möglichst viel Einfluss zu nehmen.
Du hast in einem anderen Interview einmal gesagt, Trompeter seien von der Natur ihres Instruments schon Führungsspieler. Wie kamst und kommst Du mit dieser Rolle klar?
Da bin ich reingewachsen. Früher, als ich anfing Leadtrompete zu spielen, haben mir viele Bandleader gesagt, ich sei ein untypischer Leadtrompeter, und ich glaube, sie hatten Recht. Die meisten Leadtrompeter, die ich kenne, sind sehr dominante Menschen. Da müsste man jetzt andere fragen, ob ich das bin, oder nicht (lacht). Ich versuche Rücksicht zu nehmen, aber mich auch durchzusetzen. Ich kann durchaus impertinent meine Meinung vertreten (schmunzelt).
Du hast ein klassisches Trompetenstudium absolviert. Inwiefern hat das Deine spätere Entwicklung beeinflusst?
Viele Jazzstudiengänge in Deutschland kümmern sich weniger um Ansatzfragen als um Musik, was ja auch nahe liegt, aber eine Grundvoraussetzung für Trompeter ist nun einmal der Ansatz. In dieser Hinsicht würde ich eine klassische Ausbildung als einen Vorteil sehen. Ich bin dann nach dem Konzertexamen eine Weile zweigleisig gefahren. Das hat immer Schwierigkeiten mit sich gebracht. Diese grobmotorische Muskulatur, die man einfach braucht um Leadtrompete zu spielen, stört bei der filigranen Musik in der Klassik.
Und wieso wolltest Du nicht in ein klassisches Orchester?
Ein Blechbläser wächst in seiner Sozialisation wahrscheinlich ganz anders auf als ein Streicher. Handfester. Dadurch entstehen Probleme in Hinblick auf die Akzeptanz der tatsächlichen Leistung. Das haben wir im Jazz, glaube ich, so nicht. Das freelancen kommt aber auch meiner Persönlichkeit entgegen. Ich bin jemand, der grundsätzlich bereit ist, Risiken einzugehen. Ich bin nicht so ein Sicherheitsmensch. Mit 30 wollte ich nie wissen, wo ich mit 50 bin. Und dann darf man eben so eine Anstellung nicht annehmen.
Du bist seit 2003 bei den Heavytones dabei. Was reizt Dich an dieser Band?
Die Musik, die wir bei Raab in der Regel spielen – Pop, Funk, Soul – war jahrelang sehr nahe an mir. Das habe ich immer sehr viel gehört, und die Möglichkeit, es wirklich bezahlt zu bekommen, diese Musik zu spielen, gibt es in Deutschland ja kaum noch.
Welche Möglichkeiten hast Du, auf den Sound der Heavytones Einfluss zu nehmen?
Die Heavytones sind eine, im weitesten Sinne demokratische Band, wo auch jeder mitreden kann, und Demokratie in der Musik ist immer sehr anstrengend (lacht).
Im Gegensatz zur ersten CD „heavytones No.1“ habt ihr, bis auf ein Stück, auf Gesang verzichtet.
Man könnte sagen, dass es in der Natur der Band liegt, instrumental zu spielen. In der Sendung ja sowieso. Bei der ersten CD haben wir das schon überlegt, uns dann aber nicht getraut, weil wir auch live bestehen müssen, und live schien es uns ohne Sänger nicht praktikabel. Diesmal haben wir uns dann gesagt „vielleicht sind wir ja im instrumentalen Covern die beste Band“. Das müssen jetzt zwar die Hörer beurteilen, aber bei den bisherigen Konzerten hat sich gezeigt, dass es instrumental sehr gut funktioniert. Das gilt ja auch für meine eigene CD: man muss sich auch mal was trauen. Wenn man alles genauso macht wie alle anderen, kann man es auch lassen.
Aber Du hast ja doch auch Gesang drauf?
Ja. Das Duett „Endless Love“ wollte ich schon immer mal in einer anderen Fassung aufnehmen, jazziger als im Original. Es wird auch in meinen Livekonzerten Gesang geben, nur nicht von mir (lacht). Es ist ja auch nicht viel, meistens Backgroundgesang, oder mal ein Raptext...
Auf „My Song“ ‚singst’ Du aber selbst.
Ja. Das hat aber auch einen bestimmten Grund. Es hat mich seit Jahren geärgert, dass Leute aus anderen Musikstücken etwas klauen und es als ihr Eigenes verkaufen. Und so habe ich es einfach einmal übertrieben: ich habe aus diversen Funkklassikern Licks und Riffs genommen und sie zu einem „neuen“ Stück zusammengepuzzelt. Um das Ganze zu erklären – denn ich wollte natürlich, dass die Hörer das Konzept auch verstehen – habe ich dann einen Text dazu geschrieben. Zuerst dachte ich, ich nehme dafür einen echten schwarzen Rapper, um es authentischer klingen zu lassen. Aber dann habe ich überlegt, dass ich, wenn ich einen Song so aufbaue, ihn eigentlich auch nur selber aufklären kann. Sonst ist es eben gerade NICHT authentisch. Das heißt aber deshalb nicht, dass ich das kann (lacht).
Wovor hattest Du bei Deinem Solodebüt die meiste Angst?
Dass der Moment kommt, wo ich mir die Aufnahme anhöre und feststelle „Leider daneben, ich habe mich zu viel verbogen" - das ist Gott sei Dank nicht passiert. Mein Anspruch war, einmal meinen „Own Style“ anzubieten, der dann so klingt, dass er mir auch nach ein paar Jahren noch Spaß macht. Mit jazzorientierten Produktionen Geld zu verdienen, ist ja ohnehin kein realistisches Ziel. Dann hätte ich einige Dinge noch ganz anders machen müssen, und ich weiß nicht, ob mir das gefallen hätte.
Das Interview führte Thorsten Meyer vom Jazz Podium (in ganzer Länge nachzulesen in der Ausgabe Juli/August).







Quelle: Crew 4 You / pressbot.net

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neues Album , Jazzpodium , Jazz Charts , Trompete


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