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Employer Branding: Die Macht der Marke in Zeiten des Fachkräftemangels

Employer Branding: Die Macht Marke Zeiten Fachkräftemangels


Eschborn/Sindelfingen, Mai 2011 - Der deutsche Mittelstand schlägt Alarm: 50 Prozent der Mittelständler finden es derzeit schwerer als in der Vergangenheit, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. 2010 waren nur zehn Prozent der Befragten dieser Ansicht, so ein Ergebnis der Arbeitgeberbefragung "Recruiting Trends im Mittelstand 2011" des Karriereportals Monster und dem Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universitäten Frankfurt am Main und Bamberg. Die Knappheit an qualifizierten Arbeitnehmern bei einzelnen Zielgruppen ist demnach eine der größten Herausforderungen in der Personalbeschaffung der 1.000 befragten mittelständischen Unternehmen. Besonders gefragt sind dabei Fach- und Führungskräfte in Forschung und Entwicklung, IT sowie in Verkauf und Vertrieb. Und der Mangel passender Kandidaten wird sich weiter verschärfen. Denn die meisten Mittelständler erwarten eine positive Geschäftsentwicklung in diesem Jahr und wollen neues Personal einstellen.

"Der Fachkräftemangel trifft alle, aber den Mittelstand besonders heftig. Wenn ihre Produkt- und Arbeitgebermarken unbekannt sind, werden sich noch weniger hochqualifizierte Mitarbeiter von selbst melden. Daher war schon vor zehn Jahren die Online-Stellenanzeige mit ihrer großen Reichweite besonders hilfreich für mittelständische Unternehmen. Und deswegen sind heute neue Kanäle wie Social Media spannende Chancen für die Rekrutierung im Mittelstand", kommentiert Professor Tim Weitzel vom Lehrstuhl für Informationssysteme in Dienstleistungsbereichen der Universität Bamberg.

Zwar hatten sich Dreiviertel der Unternehmen während der Finanzkrise aus strategischen Gründen entschieden, wegen des drohenden Fachkräftemangels keine Mitarbeiter mit gesuchten Profilen zu entlassen. Doch das allein reicht bei weitem nicht aus, um den steigenden Bedarf an Fachkräften zu decken. Die logische Folge: Mittelständische Betriebe müssen aktiver auf gesuchte Kandidaten zugehen, sich als attraktiver Arbeitgeber positionieren. Während viele Großunternehmen bereits auf Employer Branding setzen, sind Mittelständler den Zielgruppen als Arbeitgeber vielfach unbekannt - zu Unrecht, wie Experten finden. "Für viele junge und bestens ausgebildete Arbeitnehmer ist die Frage heute: Wo kann ich mich am besten verwirklichen? Wo kann ich ein Unternehmen mit entwickeln und voranbringen? Hier haben kleine und mittlere Unternehmen häufig die besseren Argumente", ist Michael Zondler überzeugt. Der Geschäftsführer der Sindelfinger Personalberatung Centomo GmbH & Co. KG ist sicher, das der Mittelstrand oft durch kürzere Entscheidungswege und durchlässigere Strukturen punktet, während Konzerne bisweilen behäbig wie ein Ozeanriese agieren. "Im Mittelstand agiert der Young Professional in der Regel nah an der Unternehmensspitze, kann sich unter den Augen der Führung unmittelbar beweisen. In einem Konzern dagegen dreht er sich vielleicht nur als kleines Rädchen im großen Getriebe, das bestenfalls auffällt, wenn es ausfällt."

Ähnlich bewertet dies die Financial Times Deutschland (FTD) : Demnach wird ein Unternehmen für junge Leistungsträger nicht mehr nur durch 13 Monatsgehälter oder eine Homeoffice-Option attraktiv. "Junge Talente achten bei der Jobwahl inzwischen verstärkt auf gestalterische Freiheit und Unternehmenswerte", schreibt Oranus Mahmoodi für die FTD. Mittelständische Unternehmen haben dem Bericht zufolge auch deshalb die Nase vorn, weil oftmals der Unternehmer selbst die interne Kultur präge und Werte vorlebe: "Wenn der Chef etwa im Rotary Club mitmischt, sich gesellschaftlich engagiert und in seiner Region politisch interessiert ist, betreibt er auch Employer Branding. Damit gewinnt sein Unternehmen an Profil und zieht genau die Bewerber an, die auch zur Firmenkultur passen", so das FTD-Resümee.

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