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Brasilien: Wirtschaftliche Abschwächung gepaart mit gesellschaftlichem Unmut

Brasilien: Wirtschaftliche Abschwächung Unmut


Delcredere Länderblickpunkt
• Expansive Fiskalpolitik als Antwort auf angespannte Wirtschaftslage
• Stärkere Kontrolle der Inflation erforderlich
• Bürgerproteste erschweren dringende Reformen

2014 wird Brasilien Gastgeber der Fußballweltmeisterschaft sein. Doch das Land ist alles andere als in Feierlaune. Während Brasilien noch bis vor ein paar Jahren als vielversprechender Aufsteiger bei internationalen Investoren galt, hat es heute mit einer schwächelnden Wirtschaft und wachsenden Bürgerprotesten zu kämpfen.

In den letzten Jahrzenten hat Brasilien ein beeindruckendes wirtschaftliches Wachstum und eine beispiellose Verringerung von Armut und Ungleichheit erlebt. Doch diese positive Entwicklung erlitt 2011 einen Bruch. Der Inlandsverbrauch stieg nur noch langsam an. Die Reaktion darauf waren eine akkommodierende Geldpolitik und (quasi-)fiskalische Maßnahmen: Steuern auf Importe wurden erhöht, die Zentralbank reduzierte ihren Zinssatz SELIC drastisch, und für arbeitsintensive Bereiche wurden Steuererleichterungen eingeräumt. Doch der erwünschte Aufschwung blieb aus. Die Einzelhandelsumsätze stiegen im März dieses Jahres nur um 1,3 Prozent – das schwächste Wachstum seit 2003. Die Haushalte geben aufgrund der steigenden Inflation vorsichtiger ihr Geld aus. Im Mai erreichte die Inflation mit 6,5 Prozent die Obergrenze des Zielkorridors der Zentralbank. „Die Kontrolle über die Inflation sollte für Brasilien nun oberste Priorität haben“, sagt Christoph Witte, Deutschland-Direktor des Kreditversicherers Delcredere. „Allerdingt besteht dabei gleichzeitig das Risiko, dass eine Erholung der Investitionen beeinträchtig wird“.

Das infrastrukturarme Brasilien mit seiner Angebotsbeschränkung kann diese Probleme nur mit zusätzlichen Investitionen und Produktivitätssteigerungen überwinden. Die Investitionen – und vor allem die private Beteiligung – sind jedoch weiterhin niedrig. „Es gibt vier Gründe, weshalb die Investitionen in Brasilien auf der Strecke geblieben sind“, erläutert Christoph Witte. „Zum einen herrscht politische Unsicherheit darüber, ob Brasilien noch an seiner ‚Heiligen Dreifaltigkeit‘ der Wirtschaftspolitik – also einem flexiblen Wechselkurs, einer Inflationssteuerung und soliden Staatsfinanzen – festhält. Zweitens sind die Maßnahmen der Regierung zum Ankurbeln der Wirtschaft fehlgeschlagen. Zudem hat der ineffiziente Einsatz von infrastrukturellen Konzessionen private Investitionen verzögert. Das Entscheidende ist aber, dass sich Brasiliens Wettbewerbsfähigkeit insgesamt verschlechtert hat“.

Auch der gesellschaftliche Unmut gegenüber der Regierung stellt ein großes Problem dar. Seitdem im Juni eine friedliche Demonstration gegen die Anhebung der Bustarife in São Paulo von der Militärpolizei gewaltsam aufgelöst wurde, finden überall im Lande Proteste gegen die polizeiliche Unterdrückung, die schlechte öffentliche Versorgung, die Korruption und die hohen Ausgaben für die Ausrichtung der Fußballweltmeisterschaft 2014 und der Olympischen Spiele 2016 statt. Somit scheint ein nötiger Wandel der expansiven Fiskalpolitik mit Blick auf die bevorstehenden Wahlen im Oktober 2014 unwahrscheinlich. „Eine Alternative zur Konsolidierung des Budgets, die von den Protestierenden akzeptiert würde, ist nur die Steigerung der Effizienz der Regierung selbst, indem man die Korruption in Angriff nimmt und die Bürokratie verringert“, erklärt Christoph Witte.

Aufgrund der soliden Liquidität des Landes bleibt das kurzfristige politische Risiko für Brasilien jedoch gering (Länderkategorie 2 von 7). Das Risiko für Geschäfte mit dem südamerikanischen Land stuft Delcredere aber weiterhin in die höchste Kategorie (Stufe C von C) ein.



Quelle: ergo Kommunikation / pressbot.net



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Brasilien Proteste Wirtschaft Länderrisiko


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