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Pressemeldung von PRESSCONTACT Fachjournalisten für Energie- und Zukunftsthemen | Energiewende

Hessische Logistikbranche und ÖPNV setzen auf Wasserstoff

Hessische Logistikbranche ÖPNV Wasserstoff


• Brennstoffzellenforum Hessen 2019 in Stockstadt am Rhein mit Rekordbeteiligung
• Hessische Logistikunternehmen und ÖPNV-Betreiber zeigen großes Interesse an Brennstoffzellenfahrzeugen
• Mit grünem Wasserstoff zur Null-Emission im schweren Güterverkehr


Über 260 Teilnehmer folgten am 24. Oktober 2019 der Einladung zum 18. Brennstoffzellenforum Hessen 2019 in das COREUM in Stockstadt am Rhein, das in diesem Jahr unter dem Motto „Schwere Nutz- und Transportfahrzeuge mit Brennstoffzelle“ stand. Damit verzeichnete die jährlich stattfindende Veranstaltung einen neuen Besucherrekord. Dieser dokumentiert eindrucksvoll das hohe Interesse insbesondere der hessischen ÖPNV-Betreibern und Logistikunternehmen an emissionsfreien Mobilitätslösungen auf Basis der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie. Das Fazit der Veranstaltung lautet: Die Logistikbranche und der ÖPNV sind bereit für den Umstieg. Jetzt ist es an der Zeit, dass die Hersteller mit einer Ausweitung ihres Angebots an geeigneten Brennstoffzellenfahrzeugen nachziehen.

Eingeladen zum 18. Brennstoffzellenforum hatten das Hessische Wirtschafts- und Energieministerium zusammen mit der Hessischen LandesEnergieAgentur (LEA) sowie der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative Hessen e.V. (H2BZ-Initiative Hessen). Zahlreiche Fachvorträge, interessante Diskussionsbeiträge und die begleitende Fachausstellung informierten die Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft umfassend über die aktuellen Entwicklungen und Projekte im Bereich emissionsfreier Mobilitätslösungen für den schweren Gütertransport und den ÖPNV sowie über den Aufbau der dazu benötigten Wasserstoff-Infrastruktur.

Logistikbranche ist für Hessens wirtschaftlichen Erfolg unverzichtbar

In seinem Begrüßungsvortrag betonte Jens Deutschendorf, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen (HMWEVW): „Die Logistikbranche trägt in großem Umfang zum wirtschaftlichen Erfolg Hessens bei. Damit auch in diesem zentralen Bereich des Mobilitätssektors die Energiewende gelingt, engagiert sich das Land Hessen seit langem mit substanziellen Beiträgen für den Einsatz alternativer Antriebsformen. Diese entlasten die Umwelt, reduzieren den CO2-Ausstoß und machen uns langfristig unabhängig von fossilen Kraftstoffen. Insbesondere für den ÖPNV sowie den schweren Güterverkehr auf Schiene, Straße und Flüssen sehe ich daher ein hohes Potenzial für die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie. Dass viele Akteure der Logistikbranche diese Einschätzung teilen, zeigt nicht zuletzt die ausgesprochen große Resonanz auf diese Veranstaltung.“

Emissionsfreie Mobilitätslösungen stärken den Standort Hessen

Dr. Karsten McGovern, Leiter der Hessischen LandesEnergieAgentur (LEA), äußerte sich zur Rolle der LEA und sicherte den Akteuren auch weiterhin umfassende Unterstützung zu: „Die Hessische LandesEnergieAgentur LEA treibt im Auftrag des HMWEVW gemeinsam mit der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative Hessen die H2BZ-Technologie- und Projektentwicklung entschlossen voran. Der ÖPNV und der schwere Gütertransport sind die beiden Bereiche im Verkehrssektor, in denen die Brennstoffzellentechnologie unserer Einschätzung nach über das größte Potenzial verfügt, ihre Marktreife in der Praxis zu beweisen. Dies zeigt auch unsere kürzlich gemeinsam mit der H2BZ-Initiative veröffentlichte Broschüre ‚Wasserstoff in der Logistik für einen zukunftsfähigen und nachhaltigen Warentransport‘. Die LEA wird daher weiterhin innovative, emissionsfreie Logistiklösungen unterstützen, die die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Hessens nachhaltig stärken.“

Keynote des Klimaforschers Prof. Levermann

Prof. Dr. Anders Levermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, der seit 2004 mit seinen Erkenntnissen zu den Berichten des Weltklimarates beiträgt, eröffnete das Forum mit seiner Keynote zum Thema Klimawandel und Verkehr. Er beschrieb eindrucksvoll die Konsequenzen, die sich nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft aus dem Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre ergeben. Es bestehe akuter Handlungsbedarf, insbesondere um den bereits jetzt feststellbaren Anstieg des Meeresspiegels zu begrenzen.

ÖPNV setzt auf Busse und Züge mit Brennstoffzelle

Im weiteren Verlauf des Vormittags standen die Zero-Emission-Nahverkehrsstrategien hessischer ÖPNV-Betreiber im Mittelpunkt der Beiträge. So plant beispielweise die Lokale Nahverkehrsgesellschaft mbH Kreis Groß-Gerau bis zum Jahr 2030 einen vollständig emissionsfreien ÖPNV zu realisieren. Dazu sollen die bisher eingesetzten Dieselbusse vollständig durch Brennstoffzellenbusse ersetzt werden. Batteriebetriebene Busse, die ebenfalls emissionsfrei fahren, seien sowohl aus betrieblichen als auch wirtschaftlichen Gründen keine Alternative. Vorgestellt wurde ebenfalls das Projekt H2Bus Rhein-Main für einen emissionsfreien Nahverkehr in der Metropolregion, welches die Bestellung von elf Brennstoffzellenbussen für den Einsatz in Wiesbaden, Mainz und Frankfurt umfasst, sowie die Planungen zum Betrieb von 27 Brennstoffzellenzügen des Typs Coradia iLint von Alstom auf vier Linien des RMV zwischen Frankfurt und dem Vordertaunus.

Asien und Kalifornien marschieren voran

Welche hohe Dynamik die Entwicklung im Bereich der schweren Nutzfahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb in Asien – speziell in China und Korea – in Kalifornien und auch in der Schweiz bereits entwickelt hat, belegten die aktuellen Zahlen, die Reinhold Wurster von der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH präsentierte. Hier bestehe gerade bei den großen deutschen Herstellern Nachholbedarf. Innovative Lösungen und Produkte stammen derzeit hierzulande oft von kleinen Unternehmen und Start-ups. Auf dem Forum wurden unter anderem Umrüstungsangebote für Diesel-Lkw auf Brennstoffzellenantrieb, wasserstoffbetriebene Abfallsammelfahrzeuge und landwirtschaftlich genutzte Fahrzeuge mit Brennstoffzelle vorgestellt.

Auszeichnung für zwei Pioniere der hessischen H2BZ-Branche

Ein Highlight des Brennstoffzellenforums war die erstmalige Verleihung zweier Auszeichnungen der H2BZ-Initiative Hessen durch Dr. Heinrich Lienkamp als Vorstandsvorsitzenden. „Ich freue mich, zwei Pioniere der Wasserstoffmobilität aus Hessen für ihr besonderes Engagement im Bereich der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie auszeichnen zu dürfen. Christian Winzenhöler hat in seinem Busunternehmen die ersten Wasserstoffbusse in Hessen auf die Straße gebracht – zuerst im Werksverkehr des Industrieparks Höchst und seit diesem Jahr im regulären Linienbetrieb des Rhein-Main-Verkehrsverbunds. Conrad Quaynor, Geschäftsführer und Mitbegründer der ECO TAXI GmbH, befördert seit Juli 2019 mit den ersten Wasserstoff-Taxis Hessens in der Landeshauptstadt Wiesbaden seine Fahrgäste leise und CO2-frei. Beide Unternehmer zeigen eindrucksvoll, dass auch kleine und mittlere Unternehmen bereits heute echte Pionierarbeit auf dem Gebiet der emissionsfreien Mobilität leisten können,“ so Lienkamp.

Logistik braucht verlässliche Wasserstoff-Infrastruktur

Der letzte Themenblock des Brennstoffzellenforums befasste sich mit dem Aufbau der Wasserstoff-Infrastruktur für den schweren Güterverkehr sowie mit verschiedenen Tankstellenkonzepten. Präsentiert wurde neben einer solaren Wasserstoff-Tankstelle in Gießen auch eine mobile Wasserstoff-Betankungseinheit für den Schwerlastverkehr. Prof. Dr. Birgit Scheppat, Leiterin des Wasserstofflabors an der Hochschule RheinMain und Vorstandsmitglied der H2BZ-Initiative Hessen, wies darauf hin, dass der Aufbau einer Pipeline-basierten Wasserstoff-Infrastruktur wesentlich günstiger als die Errichtung von Stromtrassen sei.

Fazit und Ausblick

Das Brennstoffzellenforum Hessen 2019 hat gezeigt, dass sich die Unternehmen der Logistikbranche und des ÖPNV ihrer Verantwortung bewusst sind und aktiv zum Erreichen der vereinbarten Klimaschutzziele beitragen wollen. Um bis zum Jahr 2050 die CO2-Emissionen im Verkehrssektor auf Null zu senken, geht an der Umstellung auf wasserstoffbetriebene Brennstoffzellenfahrzeuge im Schwerlastverkehr kein Weg vorbei. Damit die Transformation gelingen kann, wird eine Förderung durch die Politik während der Markthochlaufphase ebenso notwendig sein wie der Aufbau der benötigten Wasserstoff-Infrastruktur. Ebenfalls sind die Fahrzeughersteller gefordert, jetzt entsprechende Angebote auf den Markt zu bringen – die Nachfrage ist da und wird in Zukunft weiter steigen.


BU1: Jens Deutschendorf eröffnet das 18. Brennstoffzellenform Hessen
Download: www.presscontact.de /Pressematerial/BZFORUM2019/Bild_1_StS_Deutschendorf_Wildhirt.jpg
Foto: HA Hessen Agentur GmbH / Stefan Wildhirt



BU2: Dr. Heinrich Lienkamp überreicht die Auszeichnungen an zwei Pioniere der hessischen H2BZ-Branche: Christian Winzenhöler (r.) und Conrad Quaynor (l.)
Download: ww.presscontact.de/Pressematerial/BZFORUM2019/Bild_2_Auszeichnung_H2BZ_Pioniere_Wildhirt.jpg
Foto: HA Hessen Agentur GmbH / Stefan Wildhirt



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