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Zukunft von Waldkraiburgs ältestem Gebäude bedroht: „Ohne Bahnhof keine Stadt“

Zukunft Waldkraiburgs ältestem Gebäude „Ohne Bahnhof Stadt“


Von Alexander Hauk, www.bayern-nachrichten.de

Waldkraiburg/Eschborn (aha). Waldkraiburg zählt bundesweit zu den wenigen Orten, die erst nach dem Zweiten Weltkrieg von Flüchtlingen und Vertriebenen gegründet wurden. Viele von Ihnen kamen mit dem Zug am alten Bahnhof an. Heute blättert von dem geschichtsträchtigen Gebäude die Farbe, der Putz bröckelt und die Fenstergitter rosten. Nein, wie ein Denkmal sieht das alte Waldkraiburger Bahnhofsgebäude nicht aus. Dabei kann seine Bedeutung für die bayerische Stadt gar nicht hoch genug bewertet werden: „Ohne Bahnhof keine Stadt Waldkraiburg“, bringt es Bürgermeister Siegfried Klika (CSU) auf den Punkt. Das Empfangsgebäude aus dem Jahr 1876 ist das mit Abstand älteste Haus Waldkraiburgs und so etwas wie die Keimzelle der erst 1950 gegründeten Kommune. Doch seine Zukunft ist bedroht, seit mehr als 17 Jahren hält der Bahnhof einen Dornröschenschlaf und wartet darauf von einem Investor wach geküsst zu werden.

Ein Buchladen, ein Restaurant oder Büros: An Ideen, wie das Gebäude genutzt werden könnte, mangelt es nicht. Genau genommen auch nicht an potenziellen Käufern. „Es gab mehrere ernsthafte Gespräche“, sagt Susanne Heck, Sprecherin der Aurelis Estate GmbH & Co. KG im hessischen Eschborn. Das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn AG ist Eigentümer des rund 16.000 Quadratmeter großen Grundstücks. Was den Stadtvätern Unbehagen bereitet, sind die Pläne der bisherigen Interessenten. Darin hat der alte Bahnhof keine Zukunft. Statt das dreistöckige Gebäude zu sanieren, wollen sie es abreißen. Weil der Ort eine große symbolische Bedeutung habe, müsse der Bahnhof aber erhalten bleiben, fordert zum Beispiel Hermann Karosser, Geschäftsführer der Stadtbau Waldkraiburg GmbH: „Viele der Heimatvertriebenen, die später Waldkraiburg gegründet haben, haben hier nach dem Zweiten Weltkrieg erstmals bayerischen Boden betreten.“

Gigantischer Rüstungsbetrieb mit 450 Gebäuden

Mitunter lag eine chaotische Reise hinter ihnen. Zwar hatten die Siegermächte auf ihrer Konferenz in Potsdam im August 1945 die „humane und ordnungsgemäße Umsiedlung“ aller Deutschen aus der Tschechoslowakei, Polen und Ungarn beschlossen, doch „human und geordnet“ war das Gegenteil von dem, was die Flüchtlinge und Vertriebenen erlebten. Wenige Jahre zuvor war das Oberkommando der Deutschen Wehrmacht auf das noch unbebaute Waldgebiet mit dem abseits gelegenen Bahnhof aufmerksam geworden. Die Deutsche Sprengchemie GmbH stampfte zwischen 1938 und 1941 einen gigantischen Rüstungsbetrieb zur Herstellung von rauchlosem Pulver mit rund 450 Gebäuden und 30 Kilometer Betonstraßen aus dem Boden. Auf dessen Ruinen haben sich nach dem Zweiten Weltkrieg Sudetendeutsche, Schlesier, Ost- und Westpreußen, Siebenbürger und Banater ein neues Zuhause aufgebaut. Die Flüchtlinge, die zum Großteil in Bayern landeten, blieben weitgehend unter sich. Waldkraiburg ist kein Einzelfall. Auch in Neugablonz, Geretsried, Neutraubling und Traunreut bildeten sich ganze Flüchtlingsstädte.

Aufgrund des rasanten Wachstums hat Waldkraiburg, eine herausgehobene Stellung. „Schon der Bau des Bahnhofs, mitten in einem Waldgebiet und abgelegen vom nächsten Ort war kurios und geschichtsträchtig“, erinnert Markus Stern, Geschäftsführer der Stadtmarketing- und Wirtschaftsfördergesellschaft Waldkraiburg GmbH. Ursache dafür sei der Bau der Bahnstrecke gewesen. Sie wurde nämlich ausschließlich so errichtet, dass keine allzu großen geologischen und baulichen Schwierigkeiten zu überwinden waren.
Was wie ein Schildbürgerstreich klingt, basiert auf einem königlich-bayerischen Gesetz zur „Vervollständigung des bayerischen Staatseisenbahnnetzes“ aus dem Jahr 1869.

Wirtschaftsstandort mit vielen Stärken

„Auf dem Weg der Geschichte“, einer insgesamt zwölf Kilometer langen und geführten Tour durch die 25.000-Einwohnter-Stadt, ist der Bahnhof die 11. von insgesamt 18. Stationen. „Ohne ihn würde ein bedeutendes Stück Stadtgeschichte fehlen“, so Stern. Heute präsentiert sich Waldkraiburg Besuchern und Bewohnern als moderne und offene Stadt. Laut einer Studie der Technischen Universität München aus dem Jahr 1998 hat der Wirtschaftsstandort Waldkraiburg viele Stärken, wie zum Beispiel die gesunde Mischung mittelständischer Unternehmen verschiedener Branchen oder der hohe Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften. Die Stadt gilt dank des „Haus der Kultur“ zudem als kultureller Mittelpunkt im Landkreis Mühldorf am Inn und als Freizeitparadies. Mit Waldbad, Jahnstadion, einer Eissporthalle und einer Tennisanlage mit Halle bietet Waldkraiburg eine Vielzahl von Freizeitmöglichkeiten.

(Internet: Waldkraiburg: www.waldkraiburg.de, Alter Bahnhof Waldkraiburg: www.bahnliegenschaften.de)

Quelle: bayern-nachrichten.de / pressbot.net

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