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Pressemeldung von Doris Probst

Hildegard Knef: Ein Weltstar mit drei Karrieren

Hildegard Knef: Ein Weltstar Karrieren


Leseprobe aus dem Taschenbuch "Superfrauen 7 - Film und Theater" von Ernst Probst:

Ein deutscher Weltstar war die Schauspielerin, Sängerin und Schriftstellerin Hildegard Knef (1925-2003). Die erste Karriere der Knef als Filmstar begann 1944, ihre zweite als Chansonsängerin 1963 und ihre dritte als Autorin 1970. In den 1950-er Jahren war sie die wichtigste Vorkämpferin des westdeutschen Nachkriegsfilms. 1968 galt sie als beste deutschsprachige Chansonsängerin. Ihre Autobiographie „Der geschenkte Gaul“ von 1970 erreichte eine Auflage von drei Millionen Exemplaren.

Hildegard Knef erblickte am 28. Dezember 1925 als Tochter des Prokuristen Hans-Theodor Knef (1898–1926) in Ulm/Donau das Licht der Welt. Ihr Vater starb früh mit 28 Jahren, als sie erst sechs Monate alt war. Die Mutter Frieda Auguste, geborene Gröhn, heiratete 1933 den Mitbesitzer einer Berliner Lederfabrik, Wilhelm Wulfestieg. Aus dieser Ehe ging 1935 der Halbbruder Heinz hervor, der an einem Herzfehler litt.

Der Stiefvater von Hildegard Knef verlor seine Fabrik, als sein jüdischer Partner Gold emigrierte und er sich mit den Nationalsozialisten nicht einigen konnte. Danach verdiente die Familie in einem Schuhmacherladen ihren Lebensunterhalt. Hildegard besuchte ein Lyzeum in Berlin-Schöneberg, musste die Wohnung sauber halten, kochen, im Laden ihre Schularbeiten erledigen, dort mitarbeiten, Sohlen anstreichen und polieren sowie nachts Schuhe austragen.

Ab 1942 ließ sich Hildegard Knef bei der „Universum Film AG“ („Ufa“). in Babelsberg als Trickzeichnerin ausbilden. Anschließend besuchte sie die Staatliche Filmschule in Babelsberg. Ihre Mutter und ihr Halbbruder wurden nach Uelzen in Niedersachsen evakuiert.

Für den Film wurde Hildegard Knef von dem deutschen Schauspieler und Regisseur Wolfgang Liebeneiner entdeckt. Ihr Debüt in „Träumerei“ (1944) von Harald Braun (1901–1960) entfiel allerdings beim Schnitt. Während der letzten Monate des Zweiten Weltkrieges wirkte sie in den Streifen „Fahrt ins Glück“, „Die Brüder Noltenius“ und „Unter den Brücken“ mit, die allesamt erst nach Kriegsende im Kino zu sehen waren.

Bei Kriegsende flüchtete die 18-jährige Hildegard Knef zusammen mit dem doppelt so alten Chef der deutschen Filmfirma „Tobis“, Ewald von Demandowski (1906–1945), der ihre erste große Liebe war, aus der umkämpften deutschen Hauptstadt Berlin. Um eine Vergewaltigung zu vermeiden, verkleidete sie sich als Mann in Soldatenuniform.

Hildegard hatte vor, sich zu ihrer Mutter nach Uelzen durchzuschlagen, geriet jedoch an der Elbe in russische Gefangenschaft, kam in ein großes russisches Gefangenenlager in Polen, war dort lange Zeit unerkannt die einzige Frau unter 40000 Männern und konnte mit Hilfe eines polnischen Arztes flüchten.

Ausgerechnet nach Rückkehr aus der Gefangenschaft beging Hildegard Knefs geliebter Großvater in Zossen südlich von Berlin Selbstmord. Der Schauspieler Viktor de Kowa (1904–1973) holte die Knef 1945 an seine Kurfürstendamm-„Tribüne“ und protegierte sie. Später trat sie bei dem Regisseur und Intendanten Boleslaw Barlog (1906–1999) am „Schloßparktheater“ auf. 1945 spielte sie eine ehemalige KZ-Insassin in dem Film „Die Mörder sind unter uns“ von Wolfgang Staudte (1906–1984), der auch im Ausland erfolgreich war.

1947 sah man Hildegard Knef in „Zwischen Gestern und Morgen“ und in „Film ohne Titel“, für den sie in Locarno als beste Schauspielerin ausgezeichnet wurde. Ebenfalls 1947 heiratete sie in erster Ehe den amerikanischen Filmoffizier Kurt Hirsch, mit dem sie in die USA zog, wo sie sich „Hildegarde Neff“ nannte. In Amerika bot man ihr die weibliche Hauptrolle in dem Luftbrückenfilm „Die viergeteilte Stadt“ an, änderte aber das Drehbuch, und die Knef lehnte die Rolle in der neuen Fassung ab.

Im August 1950 kam Hildegard Knef wieder nach Deutschland. Hier drehte sie mit dem Regisseur Willi Forst (1903–1980) „Die Sünderin“, den nach ihrer eigenen Einschätzung schlechtesten Film. Dieser Streifen verursachte wegen einer kurzen Nacktszene, in der die Knef ein Malermodell darstellte, einen Skandal, brachte ihr jedoch 19000 Mark ein und machte sie noch bekannter.

Danach wirkte Hildegard Knef in dem Streifen „Entscheidung vor Morgengrauen“ (1950) des amerikanischen Regisseurs russischer Herkunft, Anatole Litvak (1902–1974), mit, der auch in den USA gut ankam und dort einige Rollen nach sich zog. 1952 wurde ihre Ehe mit Kurt Hirsch geschieden.

Der entscheidende internationale Durchbruch als Schauspielerin gelang der Knef, als sie von 1954 bis 1956 in 675 Vorstellungen als Ninotschka in dem Musical „Silk Stockings“ („Seidenstrümpfe“) am New Yorker Broadway auftrat. Im Juli 1962 heiratete sie in zweiter Ehe den Briten griechischer Abstammung, David Cameron-Palastanga. Aus dieser Ehe stammt die im Mai 1968 geborene Tochter Christina Antonia („Tinta“).

1963 begann Hildegard Knefs zweite Karriere als Chansonsängerin und Texterin. Im Herbst 1968 gab sie 40 Konzerte in 32 Städten. Danach wurde sie als beste deutschsprachige Sängerin des Jahres 1968 ausgezeichnet. Innerhalb weniger Jahre sind mehrere Millionen ihrer Langspielplatten verkauft worden. Für ihr bekanntestes Lied „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ (1968) und etwa 80 weitere schrieb sie selbst den Text.

1970 erschien die ehrliche Lebensbeichte der Knef in dem Buch „Der geschenkte Gaul“, das man in 17 Sprachen übersetzte und von dem drei Millionen Exemplare verkauft wurden. 1972 folgte ihr Band „Ich brauch Tapetenwechsel“ mit Chansons, Gedichten und Prosastücken.

Im Herbst 1973 musste sich Hildegard Knef einer Krebsoperation unterziehen. Großes Aufsehen erregte ihr Bestseller „Das Urteil“ (1975), in dem sie ungeschminkt ihre Krankengeschichte (56 Operationen, darunter eine Brustkrebsoperation) schilderte. Für dieses Werk erhielt sie den „Mark-Twain-Preis“. Gedichte von ihr druckte man sogar in Schweden und in Finnland ab.

Ungeachtet ihrer angegriffenen Gesundheit drehte Hildegard Knef im Herbst 1975 den melodramatischen Film „Jeder stirbt für sich allein“ des deutschen Schriftstellers Hans Fallada (1893–1947). Dafür sprach man ihr 1976 den Schauspielerpreis des Filmfestivals von Karlovy Vary (Karlsbad) zu. 1975 verlieh man ihr das „Bundesverdienstkreuz 1. Klasse“. Die Ehe mit David Cameron-Palastanga wurde im Juni 1976 geschieden.

Im Juni 1977 heiratete Hildegard Knef in dritter Ehe den 15 Jahre jüngeren Paul von Schell, eigentlich Paul Rudolf Freiherr von Schell zu Bauschlott, aus einem alten deutsch-ungarischen Adelsgeschlecht. Für hervorragendes und langjähriges Wirken im deutschen Film überreichte man ihr 1977 das „Filmband in Gold“. Ebenfalls 1977 gab ihr der aus Wien stammende Regisseur und Produzent Billy Wilder neben internationalen Stars die Hauptrolle in „Fedora“, der 1978 in die Kinos kam.

1978 erschien ein weiteres Buch der Knef mit dem Titel „Nichts als Neugier. Interviews zur Parapsychologie“. 1979 stand sie für den satirischen Spielfilm „Warum die Ufos uns den Salat klauten?“ vor der Kamera.

Im März 1980 stellte sich die Knef nach einem Face-Lifting des Schweizer Schönheitschirurgen Rudolphe Meyer mit einem „neuen Gesicht“ vor. Im September 1980 folgte eine Europatournee mit 50 Konzerten, die nicht den erhofften Erfolg hatte.

In „Der Gärtner von Toulouse“ sah man Hildegard Knef 1982 wieder auf dem Bildschirm. Im selben Jahr erschien ihr autobiographischer Roman „So nicht“. Ende 1982 zog Hildegard Knef nach Hollywood um. 1983 kam ihr Buch „Romy – Betrachtungen eines Lebens“ heraus.

Nach sechsjähriger Drehpause spielte die Knef 1984 in dem deutschen Film „Flügel und Fesseln“ von Helga Sanders-Brahms eine Großmutter. Anlässlich ihres 60. Geburtstages sendete das „Zweite Deutsche Fernsehen“ (ZDF) 1985 das TV-Porträt „Nein, ich gebe niemals auf“ von Ottokar Runze.

Im Januar 1986 unternahm die Knef eine Deutschlandtournee als Chansonsängerin. 1987 feierte sie als Zimmerwirtin in dem Musical „Cabaret“ im „Berliner Theater des Westens“ einen Erfolg.

Im Herbst 1989 kehrte Hildegard Knef nach Deutschland zurück und bezog eine relativ bescheidene Dachgeschosswohnung in München. 1990 drehte sie zusammen mit Inge Meysel den Fernsehfilm „In inniger Feindschaft“. Auch als Malerin versuchte sie sich. Ihre Werke wurden in Deutschland und in der Schweiz ausgestellt.

Danach wirkte Hildegard Knef in mehreren Fernsehproduktionen mit. 1993 gelang ihr mit der Gruppe „Extrabreit“ ein Comeback ihres Hits „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ in einer Rockversion. Zu ihrem 70. Geburtstag kam 1995 ein 90-minütiger Dokumentarfilm mit gleichem Titel über ihre internationale Karriere in die Kinos und ins Fernsehen.

Seit 1996 lebte Hildegard Knef wieder in Berlin. 1997 wurde sie vom Filmmuseum Potsdam mit einer Ausstellung privater und öffentlicher Lebensbilder geehrt. Am 31. Juli jenes Jahres feierte die Knef in Leipzig ihre Premiere als Modeschöpferin: Sie präsentierte ihre Frühjahr-Sommer-1998-Ideen für aktive, älter werdende Frauen.

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Quelle: Verlag Ernst Probst / pressbot.net

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