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Pressemeldung von Doris Probst

Katharina Tekakwitha: Die erste selige Indianerin

Katharina Tekakwitha: Die Indianerin


Als erste Indianerin, die selig gesprochen wurde, ging Katharina Tekakwitha (1656–1680), eigentlich Katerí Tekakwitha, in die Geschichte der katholischen Kirche ein. Die tugendhafte junge Frau vom wildesten und grausamsten Stamm der Irokesen, den Mohawks, ließ sich nicht von ihrem christlichen Glauben abbringen. Nach ihrem frühen Tod nannte man sie die „Lilie der Mohawks“. Ihr Gedenktag ist der 17. April.

Katerí Tekakwitha kam im April 1656 als erstes Kind des Kriegshäuptlings Tsonitowa („Großer Biber“) und dessen Frau Kahonta („Wiese“) in der Siedlung Ossernénon – heute Auriesville im US-Bundesstaat New York (USA) – zur Welt. Weil sie geboren wurde, als die Sonne aufging, erhielt sie den Kosenamen „Jorágode“ („Sonnenschein“).

Bei den Irokesen gab die Mutter jeweils gleich nach der Geburt ihrem Kind einen Kosenamen. Dieser wurde bis zum siebten oder achten Lebensjahr beibehalten und dann durch einen persönlichen Namen ersetzt, den Mädchen gewöhnlich bis zum Tod trugen. Jungen dagegen wechselten den Namen erneut, wenn sie mit 17 oder 18 Jahren in den Kriegerstand traten.

Die Mutter von Katerí gehörte einem Stamm der Algonkin an und hatte mit ihren Eltern in einer Siedlung am Sankt-Lorenz-Strom in Kanada gewohnt. Sie wurde in früher Jugend zur Waise und danach von einer französischen Familie katholisch aufgezogen. Als Zwölfjährige geriet sie bei einem Überfall in die Gewalt der Mohawks, arbeitete als Sklavin im Haushalt des Kriegers, der sie gefangen genommen hatte, und wurde mit 19 Jahren die Frau des Häuptlings Tsonitowa.

1658 schenkte die Mutter der zweijährigen Katerí einem Jungen das Leben. Das Mädchen fand seinen jüngeren Bruder nach seiner Geburt „süß“. Deswegen bekam der Junge den Kosenamen „Otsikéta“ („Zucker“).

1860 starben der Vater, der Bruder und die Mutter von Járagode an Pocken. Auch Járagode selbst litt an dieser Krankheit, wurde jedoch von Anastasia Tegonhadschóngo, einer Freundin ihrer Mutter, gesund gepflegt. Danach trug das Gesicht der Kleinen zahlreiche Pockennarben. Außerdem wurde sie stark kurzsichtig und so empfindlich gegen helles Sonnenlicht, dass sie im Freien ihr Kopftuch über die Stirn zog, um die Augen zu beschatten.

Nach dem Tod ihrer Eltern lebte Jarágode bei ihrem Onkel, dem Krieger Jowanero („Kalter Wind“), der Karitha („Köchin“), die Schwester ihres Vaters, geheiratet hatte. Jowanero wurde neuer Kriegshäuptling und zog mit seiner Frau, seiner verwitweten Schwester Aroson („Eichhörnchen“) und dem zwölfjährigen Waisenkind „Onida“ („Mond“) in Tsonitowas Wigwam.

Einige Monate nach dem Ende der Pockenepidemie verließen die Mohawks im Sommer 1660 Ossernénon und errichteten auf der Anhöhe Ganawage („An den Wasserwirbeln“) nahe des Mohawk-Flusses eine Siedlung. Im neuen Wigwam streckte die halb blinde Jarágode oft die Arme vor, um nicht anzustoßen, und tastete sich voran. Deswegen nannte ihr Stiefvater sie scherzhaft „Te ka kwithwa“ („Sie schiebt vor sich hin“), was nach ihrem siebten Geburtstag ihr endgültiger Name wurde.

Im Oktober 1666 erlebte die zehnjährige Jarágode die Strafexpedition französischer Truppen aus Kanada gegen die Mohawks. Sie hatten den im Juni jenes Jahres von den fünf Stämmen der Irokesen – den Móhawks, Oneídas, Onondágas, Cayúgas und Sénecas – geschlossenen Frieden gebrochen. Bei der Strafexpedition wurden die von den Mohawks verlassenen Siedlungen ohne Kampf und Blutvergießen vernichtet. 1667 schlossen die Mohawks mit den Franzosen Frieden.

Von 1666 bis 1669 mussten sich die Irokesenstämme der Mohikaner erwehren, die sie vernichten wollten. Im Sommer 1669 griffen die Mohikaner die Siedlung Ganawage an, in der Tekakwitha lebte, zogen jedoch nach vier Tagen wieder ab, weil die Verteidiger Hilfe von anderen Sippen erhielten. Bei der Schlacht in der Waldschlucht von Kinakariónes (heute: Hoffmann, New York) besiegten die Mohawks die abziehenden Mohikaner.

Obwohl sie sonst immer ihrem Onkel und ihren Tanten gehorchte, wehrte sich Tekakwitha im heiratsfähigen Alter gegen den Wunsch ihrer Verwandten, zu heiraten. Als ihre Tanten ohne ihr Wissen den Eltern des jungen Kriegers Ojónkwire („Der Pfeil“) sagten, Tekakwitha biete ihm die Ehe an, fiel sie nicht auf diese List herein: Sie rannte davon, als sie überraschend mit dem Bewerber verkuppelt werden sollte. Damals war sie noch keine Christin und hatte noch mit keinem Missionar gesprochen.

In der Folgezeit behandelten die verärgerten Tanten Tekakwitha wie eine Sklavin. Sie luden ihr die schwersten Arbeiten auf, kritisierten sie oft als dumm, faul oder ungehorsam und bezichtigten sie, sie sei boshaft und gemein. Nach einigen Monaten gaben sie die Quälereien auf und hegten keine Heiratspläne mehr.

Im Frühjahr 1675 stürzte Tekakwitha und verletzte sich dabei schwer an einem Fuß. Als der Pater Jakob Lamberville an ihrem Wigwam vorbeiging rief sie ihn herbei und erklärte ihm im Beisein zweier verdutzter älterer Squaws, sie wolle Christin werden. Der Geistliche antwortete, sobald ihr Fuß geheilt sei, könne sie zum Unterricht kommen. Drei Wochen später teilte die inzwischen gesunde Tekakwitha ihrem Onkel ihre Absichten mit. Statt einer Antwort spuckte er verächtlich ins Feuer und rauchte seine Pfeife weiter.

Am nächsten Morgen besuchte Tekakwitha erstmals den Wigwam der Mission. Acht Monate nach Beginn des Taufunterrichts wurde sie im Alter von 20 Jahren zu Ostern 1676 in der kleinen Kirche von Ganawage auf den von ihr gewählten Namen „Katharina“ getauft. In der Sprache der Irokesen hieß sie „Katerí“. So sprachen sie die Missionare und die katholischen Stammesgenossen an, ihre heidnischen Verwandten dagegen vermieden das christliche Wort.

Nach ihrer Taufe wurde Tekakwitha in Ganawage wegen ihres Glaubens heftig von heidnischen Stammesgenossen verfolgt: Man beschimpfte, verspottete und verfluchte sie, warf nach ihr mit Steinen und bedrohte sie mit Tomahawks; Medizinmänner und Zauberer bezichtigten sie als Hexe. All dies konnte sie je- doch nicht von ihrem Glauben abbringen.

Knapp ein Jahr nach der Taufe flüchtete Tekakwitha mit Hilfe zweier christlicher Indianer im Morgengrauen mit einem Kanu auf dem Mohawk-Fluss aus Ganawage. Nach dreiwöchiger Reise kam sie in der mehr als 200 Meilen (etwa 330 Kilometer) entfernten Missionsstation St. Franz Xaver der Jesuiten bei Montreal am St. Lorenz-Strom in Kanada an. Die Eingeborenen bezeichneten das dortige christliche Indianerdorf als Caughnawaga.

Weihnachten 1677 ging Katerí Tekakwitha in Caughnawaga erstmals zur heiligen Kommunion. Am 25. März 1679, dem Fest Mariä Verkündigung, legte die 22-Jährige das Gelübde der ewigen Jungfräulichkeit ab. Im „Dorf des Gebetes“, wie Caughnawaga auch hieß, führte Katerí ein Leben, das von strenger Buße und ständigem Gebet erfüllt war. Täglich ging sie bereits morgens um vier Uhr zur Kirche. Tagsüber unterbrach sie mehrfach die Arbeit, um zu beten. Abends suchte sie wieder die Kirche auf und verließ sie erst zu vorgerückter Stunde. Außerdem fastete sie streng und unterzog sich schmerzhaften Bußübungen.

Am 17. April 1680 starb Katerí Tekakwitha im Alter von nur 24 Jahren in Caughnawaga. Nach ihrem Tod verschwanden innerhalb von zehn Minuten ihre Pockennarben. Auch andere Wunder, zahlreiche Gebetserhörungen und Heilungen sind bezeugt. Der Missionar P. Gotonec schrieb die Berichte von Personen, die Katerí persönlich begegnet waren, am 27. August 1715 nieder.

1880 wurde für Katerí Tekakwitha ein Monument aus Marmor in Form eines Sarkophags errichtet. Sein Sockel trägt in der Sprache der Mohawks die Inschrift: „Katerí Tekakwitha. April 17, 1680. Onkwe Onwe-ke Katsitsiio Teiotsitsianekaron“ („Kateri Tekakwitha, die schönste Blume, die unter den Indianern geblüht hat“.)

Die Gebeine von Katerí Tekakwitha werden heute in der Kirche der Mohawk-Reservation in Caughnawaga in einer kostbaren Truhe mit einem Glasdeckel aufbewahrt. Sie sind das Ziel zahlreicher Gläubiger.

Papst Pius XII. (1876–1958) erklärte am 3. Januar 1943, die Prüfung der Ritenkongregation in Rom habe die heroische Tugend von Katerí Tekakwitha ergeben und ihr gebühre der Titel „Ehrwürdige Dienerin Gottes“. Papst Johannes Paul II. sprach sie am 22. Juni 1980 heilig. Der aus Österreich stammende Jesuit Franz Xaver Weiser (gest. 1986), der seit 1938 in den USA lebte, schilderte das Leben und Werk von Kateri Tekakwitha in dem Buch „Das Mädchen der Mohawks“, das in englischer und 1987 auch in deutscher Sprache erschien.

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Quelle: Verlag Ernst Probst / pressbot.net

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